Energiestrategie - Methodik

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Eines der wesentlichen Beispiele für die Umsetzung der "Problemlösungsorientierten Methodik" gemäß nachhaltigkeit.or.at ist die Tiroler Energiestrategie. Sie definiert sich aus dem strategischen Ziel "Tirol 2050 energieautonom", den dazugehörigen Zielpfaden und der gegenständlichen Methodik. Deshalb wird im Folgenden die Methodik eines eines möglichen - generell verwendbaren - Energiestrategieansatzes am Beispiel Tirol erörtert:

Begriffsdefinitionen

Energiestrategie

Problemlösungsorientierte Methodik zur Erreichung des strategischen Energie-Zieles: "Tirol 2050 - energieautonom" und schrittweisen Verfolgung der dazugehörigen Zielpfade: "-50% Ebergiebedarfsreduktion, +30% saubere Ressourcennutzung bis 2050".

Problemlösungsorientierte Methodik

Iteratives Vorgehensmodell nach E.Fleischhacker (1994) im Sinne eines Balanced-Scorecard-Prozesses zur schrittweisen Abarbeitung der Tiroler Energiestrategie auf Basis des Ressourcenbeweirtschaftungs- und Energiesystems und des Verständnisses von Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit.

Energiestrategieprogramm

Verknüpfung von Konzepten, Programmen, Maßnahmen, Projekten und Akteuren im Sinne der Energiestrategie.

Energiestrategieprozess

Unterstützung von Prozessen (Maßnahmen, Projekte und Akteure) im Sinne der Energiestrategie.

Strategiemonitoring

Überwachung und Mithilfe bei der Steuerung des Energiestrategieprozesses und der zugehörigen Projektprozesse.

Energiemonitoringberichte

Interessensunabhängige Daten- und Bilanzierungsgrundlage für das Energiestrategieprogramm.

Die so definierten Begrifflichkeiten der Energiestrategie überlagern und verknüpfen sich inhaltlich mit den mit den Begrifflichkeiteten Ressourcen-, Klima- und Nachhaltigkeit. Damit hat beispielsweise die Tiroler Energiestrategie auch einen wesentlichen Einfluss auf Ressourcen-, Klima-, und Nachhaltigkeitsstrategien des Landes. Die Begrifflichkeiten werden auch als Wortbilder für den öffentlichen Transport der Tiroler Energiestrategie eingesetzt und werden nach methodischen und strategischen Gesichtspunkten im Rahmen des Energiestrategieprogramms laufend weiter entwickelt und ausformuliert

Problemlösungsorientierte Methodik

Abb 1: Methodischer Problemlösungsansatz nach E. Fleischhacker - nachhaltigkeit.or.at

Der Tiroler Energiestrategie liegt die lizenzierte Problemlösungsmethodik gemäß nachhaltigkeit.or.at zugrunde. Der Tiroler Energiestrategie Prozess ist im Sinne dieser Methodik ein „sich selbst stabilisierendes kybernetische Modell“ (Abb 1:). Mit diesem werden Schritt für Schritt die konkreten Probleme herausgearbeitet und ebenso Schritt für Schritt den entsprechenden Problemlösungen zugeführt. Dabei spielen die Systemanalyse und das multidisziplinäre Projekt- und Datenmanagement eine wichtige Rolle. Das zentrale inhaltliche Element dieser Methodik ist das allgemein gültige Logistik-System nach E. Fleischhaker (1994). Dieses bildet im gegenständlichen Fall das zu betrachtende Ressourcenbewirtschaftungs- und Energiesystem ganzheitlich und wirklichkeitsnah ab. Es ermöglicht als immer gleich bleibendes Systembild den ständigen Überblick auf „das Ganze“, erleichtert die Kommunikation im Tiroler Energiestrategieprozess und ist die Grundlage für die periodische Systemanalyse im Rahmen des Tiroler Strategieprozessmonitorings sowie Basis für das Datenmodell der Tiroler Energiemonitoringberichte. Nach dem Regelkreisprinzip wird in den verschiedenen Programm- und Prozessstadien im Sinne eines "Balanced Scorecard Prozesses" kontinuierlich an der Zustandsverbesserung des Systems gearbeitet, indem die aus der Systemanalyse resultierenden Maßnahmen in konkrete Umsetzungsprojekte einfließen. Deren Ergebnisse werden dann wiederum zur neuerlichen Systemanalyse und Maßnahmenformulierung herangezogen. Dieser kybernetische Vorgang wird für die Verantwortungsträger nachvollziehbar analysiert und dokumentiert. Mit zunehmender Iteration erhöht sich der Wissenstand und verringert sich das Risiko in der Zielerreichung (vgl. Ziel Tirol 2050 energieautonom). Dabei wird das System (1) periodisch (z.B. mit den Tiroler Energiemonitoringberichten jährlich) anhand des jeweils aktualisierten Inputs (0) analysiert. Aus dieser Analyse resultieren neue Maßnahmen (2) und (Umsetzungs-) Projekte (3). Die Ergebnisse aus den Projektumsetzungen (4) dienen dann wieder als zusätzlicher Input (0) für die neuerliche Systemanalyse (1) und generieren entsprechende Maßnahmen und Projektkorrekturen. Dadurch müssen laufend neue Weichenstellungen auf dem Weg zur Zielerreichung vorgenommen werden. Bei fortlaufender Anwendung der Systemanalyse und der Ableitung sowie Umsetzung von Maßnahmen in konkreten Projekten erhält man auch eine zunehmend besse¬re Datengrundlage, damit eine zunehmend bessere Kenntnis über den Systemzustand und Entscheidungsgrundlagen über notwendige Korrekturmaßnahmen. Durch den sich wiederholenden Vorgang beginnt der Systemzustand gegen das vorgegebene Ziel (z.B. Tirol 2050 energieautonom) zu konvergieren: - Unschärfen und Unsicherheiten verringern sich zunehmend (5) Diese Zustandsveränderungen werden in der so genannten „Unschärfetrompete“ nach E. Fleischhacker (1994) dargestellt. Die "neuen" Begrifflichkeiten aus dieser Methodik wie „Iterativer Ansatz“, „Schrittweises Vorgehen“, „Schritt für Schritt zur Zielerreichung“ haben zunehmend Eingang in die Begriffswelt der Tiroler Energiestrategie gefunden und finden sich in vielen öffentlichkeitswirksamen Darstellungen, insbesondere auch im Bewusstseinsbildungs-Projekt für „Tirol 2050-energieautonom“ wieder.

Dieser „Tiroler Energiestrategieprozess“ inspiriert mittlerweile auch über die Landesgrenzen hinaus Organisationen, welche Ansätze zur ernsthaften Regelung der komplexen und interessensbehafteten Energiewende suchen. Der Begründer der Kölner Stiftung Energieeffizienz, welche mit Schwerpunkt in den deutschen Bundesländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ein Referenz-Controlling für Wohngebäude entwickelt, hat uns im Zusammenhang mit dem Ersuchen zur Lizenzfreigabe geschrieben: "Ihr kybernetisches Modell in Verbindung mit der Tiroler Zielsetzung und -verfolgung habe ich als eine der wenigen konstruktiv zu Ende gedachten systematischen Ansätze zur Steuerung einer Energiewende mit großem Interesse zur Kenntnis genommen." Diese Feststellung ist Anerkennung und Ermahnung zugleich, dass wir unseren Blick auch über die Landesgrenzen hinaus richten müssen. Wenn wir unsere Energiezielpfade mit viel Konsequenz auf die nationalen und europäischen Ziele einrichten, dann müssen wir auch auf diesen Ebenen verlangen dürfen, dass dort ebenso robuste, transparente und interessensunabhängige Programme zum sukzessiven Abbau von CO2 und Nuklearstrom eingerichtet werden. Die Umstellung auf diese sich ständig ändernden Umstände bedingt die Flexibiliät aller Akteure in der Anpassung ihrer Arbeitsweisen, Konzepte, Projekte und Maßnahmen.

Systemmodell

Abb: Ressourcenbewirtschaftungs- und Energiesystem nach E.Fleischhacker (1994)
Abb 7: Regionale Kreislaufwirtschaft, 1. Ableitung aus Logistiksystem nach E.Fleischhacker (1994)
Abb 8: Nachhaltigkeit, 2. Ableitung aus Logistiksystem nach E.Fleischhacker (1994), (2008)

Ressourcenbewirtschaftungs-, Energiesystem

Das Ressourcenbewirtschaftungs- und Energiesystem gemäß nachhaltigkeit.or.at ist das zentrale Vorstellungs- und Analysemodell für die Tiroler Energiestrategie. Bei diesem System handelt es sich um ein Logistiksystem, das die Aufgabe hat, die richtige Ware (z.B. Energie) im richtigen Zustand (z.B. qualitativ einwandfrei), in der richtigen Menge (z.B. Mangel, kein Überschuss) zur richtigen Zeit (z.B. nach Tagesbedarf) an den richtigen Ort (z.B. Haushalt) zu den dafür minimalen Kosten zu liefern. Das System besteht aus den Subsystemen DARGEBOT (Beschaffungsmarkt), BEDARF (Unternehmermarkt) und BEDARFSDECKUNG (Absatzmarkt), welche funktional über den Material-, Werte- und Informationsfluß zusammen hängen. Dieser Systemaufbau ist auch die Grundlage für das dem Tiroler Energiemonitoring zugrunde liegenden Datenmodell.

Kreislaufwirtschaft

Die Kreislaufwirtschaft leitet sich aus dem Zusammenhang des Ressourcen-bewirtschaftungssystems nach E. Fleischhacker 1994 ab und ist dann gegeben, wenn Dargebot, Bedarf und Bedarfsdeckung innerhalb eines Systems (Gemeinde, Region, Land) ohne externe Abhängigkeiten in sich funktionieren. Dies entspräche dem Zielsystem im Jahr 2050 (s.Abb.)

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit definiert sich nach E.Fleischhacker (1994), (2008) als „Ständiger Ausgleich von Ökologie, Ökonomie und Sozialem, bei dem keine Verbindung je reißen darf“. Diese dynamisierte Nachhaltigkeitsdefinition wurde aus dem Zusammenhang des Ressourcenbewirtschaftungssystems nach nachhaltigkeit.or.at heraus entwickelt und wurde erstmals vom Urheber anlässlich der vom Planungsverband Zillertal ins Leben gerufenen Bewegung "Fünf Sterne für Regionen" im Jahr 2008 veröffentlicht. Seither bestimmt diese Vorstellung über Nachhaltigkeit mit den ständig in Bewegung befindlichen "Smilies" den Alltag von vielen schwierigen (Projekt-) Entwicklungsprozessen – so auch den Tiroler Energiestrategieprozess. Sie wird zunehmend von den verschiedesten Akteuren und Interessenten für Kommunikations-, Schulungs-, Ausbildungs-, Präsentations-, Berichtszwecke etc. verwendet. Für den Tiroler Energiestrategieprozess ist diese bewusstseinsbildende Vorstellung besonders in allen Akzeptanzfragen von Bedeutung, weil durch das Modell allen am Prozess beteiligten und interessensbehafteten Akteuren eine Mitverantwortung für die Erhaltung der Systemstabilität zu geteilt wird.

Strategie-bezogene Grafiktypen

Abb 2: Strategie-bezogener Grafiktyp, Energiebedarfsentwicklung und Zielpfade auf Grundlage der Tiroler Energiestrategie, Quelle: Energiemonitoringbericht 2013 - www.tirol.gv.at/umwelt/energie, nachhaltigkeit.or.at
Abb 3: Entkoppelung Energiewachstum, Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum, Quelle: nachhaltigkeit.or.at, www.tirol.gv.at/umwelt/energie, Energiemonitoringbericht 2013
Abb 4: Zuordnung der systemischen Wachstumsfunktionen zur Tiroler Eenrgiebedarfsentwicklung, nachhaltigkeit.or.at, www.tirol.gv.at/umwelt/energie, Energiemonitoringbericht 2013
Abb 5: Umbau des Tiroler Energiesystems im Kontext Energie, Ressourcen, Klima und Nachhaltigkeit, nachhaltigkeit.or.at, www.tirol.gv.at/umwelt/energie, Energiemonitoringbericht 2013
Abb: Nachhaltigkeit ist dann gegeben, wenn keine Verbindung reißt, nachhaltigkeit.or.at

Für die quantitative Erfassung des Systems – insbesondere des Zielsystems (Output) wurden „Strategie-bezogene Grafiktypen“ in Form von Summengrafiken entworfen, welche die gesamthafte Sicht auf das System widerspiegeln und sich daher – auch in der Gestaltung - von den übrigen (üblichen) statistischen Darstellungen wesentlich unterscheiden und abheben (s.Tiroler Energiemonitoringberichte). Für die gesamthafte Beurteilung der Systementwicklung wird mit grafischen und statistischen Mitteln bis auf den Beginn des Energiezeitalters zurückgeblickt. Sie zeigen z.B. die funktionalen Zusammenhänge wie den Anstieg des Energiebedarfes, Auswirkungen von Systemstörungen (Ölpreiskrisen, Kriege), Entwicklung von Energienutzungsformen, sowie die Ziele und Zielpfade der Tiroler Energiestrategie. Diese Strategie-bezogenen Grafiktypen wurden auf Grundlage der methodischen Erkenntnisse und Erfordernisse gemäß nachhaltigkeit.or.at entwickelt, werden im Rahmen des Strategieprogrammes zum Zwecke der quantitativen Systemdarstellung didaktisch weiter entwickelt und über die jährlichen Energiemonitoringberichte sowie Vorträge publiziert. Die "Strategie-bezogenen Grafiktypen" sind ein wesentlicher Bestandteil der problemlösungsorientierten Methodik und dürfen daher nur mit Freigabe des Urhebers weiter verwendet werden. Diesbezügliche Fall-bezogenen Freigaben wurden bisher nur der Wasser Tirol - Wasserdienstleistungs-GmbH für die Erstellung der Energiemonitoringberichte im Auftrag des Landes Tirol erteilt. Dieser vom Urheber laufend in Weiterentwicklung befindliche „Strategie-bezogene Grafiktyp“ ist demnach auch die Grundlage für die öffentliche Darstellung der Tiroler Energiestrategie und findet sich in direkter und indirekter Form in sehr vielen Medienberichten, Homepagen bis hin zu Geschäftsberichten wider.

Kurvendiskussion

Eine wesentliche methodische Komponente ist die Interpretation der statistischen Zusammenhänge in Form von „Kurvendiskussionen“. Aus den Strategie-bezogenen Grafiktypen kann beispielsweise der Trend zum exponenziellen Anstieg der Energiebedarfskurve sowie die Auswirkung von außergewöhnlichen Ereignissen (Systemstörungen - Ölkrisen etc) abgelesen werden. In der „Kurvendiskussion“ der gegenwärtigen degressiven Entwicklung des Energiebedarfes stellt sich daher beispielsweise die Frage, ob es sich in Tirol schon um eine sichtbare „Energiewende“ oder nur um einen durch die allgemeinen Umstände verursachten Energiebedarfseinbruch handelt. Mit den Tiroler Energiemonitoringberichten wird statistisches Zahlenmaterial gesammelt, mit dem beispielsweise der Entkoppelungseffekt von Energieberdarfswachstum, Bevölkerungswachstum und Wirtschaftswachstum (Abb 3:) festgestellt und im Gesamtzusammenhang dargestellt werden kann. Ebenso ist es beispielsweise im Rahmen der „Kurvendiskussion“ wichtig zu wissen, mit welcher Form der Wachstumskurve es man zu tun hat, wie man die durch den Entkoppelungseffekt unterlegte Energiewende einzustufen hat und ob die festgelegten Zielpfade in dieser Form überhaupt den allgemeinen Erkenntnissen der Systemtheorie entsprechen (Abb 4:). Darüber hinaus dienen die Strategie - bezogenen Grafiktypen dazu, die Zielszenarien darzustellen und zu verdeutlichen, wie man sich beispielsweise den zeitabhängigen "Umbau des Energiesystems" im Zusammenhang mit Klima, Ressourcen und Nachhaltigkeit vorzustellen hat (Abb 5).

Diese – dem Grunde nach immer gleich bleibenden – Bilder sind im Sinne der gegenständlichen Methodik die Brücke zwischen der Welt des komplexen Energiesystems und der realen Welt der Akteure. Die Strategie-bezogenen Grafiktypen ermöglichen als immer gleich bleibendes Abbild der Realität, fundierte Aufbereitungen, Diskussionen und Entscheidungen der Akteure und Verantwortungsträger auf gleicher Wissensbasis.

Energiestrategieprogramm Darstellung

Abb: Tiroler Energiestrategieprogramm – Problemlösungsorientierte Verknüpfung von Konzepten, Programmen, Maßnahmen, Projekten und Akteuren im Sinne der Tiroler Energiestrategie, E.Fleischhacker (2014), nachhaltigkeit.or.at

Das Strategie Programm verschneidet im Sinne der Methodik (nachhaltigkeit.or.at) die „Welt der Konzepte und Programme“, mit der „Welt der Maßnahmen und Projekte“ und der „Welt der Akteure“ und focisiert diese drei Ebenen auf den jeweiligen Zielpunkt oder Zierahmen. (Beispiel Tirol 2050-energieautonom). Zugleich ergibt sich daraus eine geeignete Darstellung für den projektinternen und öffentlichen Transport des Strategiezusammenhanges. Die gegenständliche gesamthafte Darstellung des Tiroler Energiestrategieprogramms zentirert demnach die Konzepte und Programmem, Maßnahmen und Projekte und die Akteure auf das Ziel Tirol 2050-Energieautonom mit den beiden Subzielentwicklungen Energiebedarfsrückgang verbunden mit dem Zuwachs sauberer Energie und Reduktion der CO2-Äquivalente.

Energiestrategieprozess

Ein wesentliches für die organisatorische und kommunikative Unterstützung des Tiroler Energiestrategieprozesses ist die Darstellung der bisherigen und zukünftigen Entwicklungszusammenhänge mit den Strategie-bezogenen Grafiktypen. Sie sind die zeit und mengenabhängigen Zustandsbilder über die realen Zusammenhänge im Energiesystem. Sie stellen in einer für Akteure überblickbaren Form die Beziehung zwischen den von ihnen zu vertretenden Maßnahmen und Projekte und der Gesamtstrategie her.

Strategiemonitoring

Seit dem Jahr 2005 können wir für Tirol einen tendenziell sinkenden Endenergiebedarf bei gleichzeitig wachsender Bevölkerung und Wirtschaft feststellen. Ebenso sinkt der CO2 - Ausstoß durch die kontinuierlich wachsende Nutzung von sauberen Energien aus heimischen Ressourcen. Dieser so genannte Entkoppelungseffekt vom Bevölkerungs-, Wirtschafts- und CO2- Wachstum ist ein sehr wichtiger Indikator für die viel zitierte „Energiewende“. Er zeigt auch uns, ob unsere Energiepolitik in Bezug auf die Zielsetzung „Tirol 2050 energieautonom“ erfolgreich ist oder nicht. Die Schwachstelle unseres Systems liegt noch in der Trägheit unseres Datensammlungssystems, das derzeit noch überwiegend auf Daten Statistik Austria aufbaut. Die konsolidierten und redigierten Daten sind erst ein Jahr im Nachhinein verfügbar und daher oft für die strategische Maßnahmenbildung nicht mehr aktuell genug. Zudem werden beispielsweise konsolidierte Bundesdaten auf die einzelnen Bundesländer umgelegt, womit wesentliche regionale Effekte – z.B. Tanktourismus in Tirol – nicht realitätsbezogen abgebildet werden. Deshalb haben wir die auf das Ressourcenbewirtschaftungssystem spezialisierte Wasser Tirol - Wasserdienstleistungs- GmbH damit beauftragt, eigene Datenbasen nach unseren Kriterien aufzubauen. Diesbezüglich erwarten wir uns jetzt wesentliche Datenrückläufe und Erkenntnisse aus unseren eigenen - mit unseren eigenen Akteuren - in Gang gesetzten Projekten, wie z.B. Tiroler Klima- und Energie- Modellregionen der Regionalverbände, die e5 und E++ Gemeinden, Tirol 2050 - Plattform der Energie Tirol, das EU Smart City Projekt SINFONIA der Standortagentur, die Energieeffizienzpakete und Projekte der Tiroler EVUs u.s.w. Den Maßstab für unsere diesbezügliche Erwartung hat im Berichtsjahr eine Tiroler Firma gesetzt, welche uns als Marktführer in der Stromerzeugung aus Sonnenenergie einen direkten EDV-Zugang zu den betrieblichen Monitoringdatenbanken eingerichtet hat. Es gibt auch sehr viele andere gute Beispiele, die unseren Tiroler Energiestrategieprozess auf breiter Basis mit Leben erfüllen. Viele arbeiten mit dem Verständnis mit, dass der sparsame Umgang und die Nutzung sauberer Energiequellen im Sinne des 2050-Zieles uns alle etwas angeht. Das Tiroler Strategiemonitoring wird im Jahr 2015 auf Basis der festgelegten Strukturen gestartet und ebenfalls – wie das Energiemonitoring selbst - bis auf die Projekt – Strategieebene herunter zu brechen. Dabei geht es um folgende Fragestellungen: • Welche Ziele werden mit dem Projekt im Rahmen der Tirol 2050 Strategie verfolgt? • Welche Maßnahmen (Vorhaben) aus dem Regierungsprogramm werden mit dem Projekt abgedeckt? • Welche Erwartungshaltung in Richtung Erreichung der Zielwerte sind mit dem Projekt verbunden? • Wie kann das Projekt im Tiroler Energiemonitoring zahlenmäßig erfasst und dauerhaft verfolgt werden?

Energiemonitoringberichte

Abb: Tiroler Energiemonitoringberichte, E.Fleischhacker (2009), nachhaltigkeit.or.at

Die Tiroler Energiemonitoringberichte sind die zentrale Grundlage für das „Tiroler Energiestrategieprogramm“, mit dem wir uns Schritt für Schritt unserem großen Ziel – „Tirol 2050 energieautonom“ - nähern. Die Berichte werden Jahr für Jahr als neutrale, interessensunabhängige Datengrundlage erstellt und sodann auch dem Hohen Tiroler Landtag zugeleitet. Sie liefern vor allem die Grunddaten für die Analyse unseres Energiesystems. Daraus leiten sich dann die entsprechenden Maßnahmen und Projekte für den schrittweisen Umbau des Systems ab. In den jährlichen Energiemonitoringberichten wird bisher der Energiebedarf und der Schadstoffausstoß aus dem Energiesystem in Form von CO2-Äquivalenten bilanziert. Darüber hinaus werden auch die Ergebnisse der Umsetzungsprojekte gesammelt und gegebenenfalls der Erfolg festgestellt und veröffentlicht. Dadurch bekommt man immer schärfer werdende Vorstellungen darüber, welche Projekte konkret unterstützt werden müssen. Mit diesem so genannten „Balanced Scorecard Prozess“ kann die Generationenaufgabe dauerhaft und effizient bearbeitet werden.

Reputationsmanagement

Diese Bearbeitungs- Analyse- und Darstellungs-Methodik erfasst systematisch die Gesamtheit aller wesentlichem Zusammenhänge, die dem Aufbau, der Erhaltung und Verbesserung einer positiven Reputation der Tiroler Energiestrategie dienen. Aus diesem „Reputationsmanagement“ entstammt im Ergebnis folgende strategierelevante Kausalkette (Auszug aus der öffentlichen Reflexion):

  • „Die Politik müsse das Ganze im Auge haben und forciert einen Iterativen Ansatz“
  • „Für fossile Energie zahlt Tirol 2 Mrd.€“
  • „Tirol strebt Autonomie bei Energie an“
  • „Tirol will bis 2050 Energiebedarf halbieren und mit erneuerbarer Energie decken“
  • "Die eigenen Ressourcen nutzen, bevor es andere tun; - oder tun müssen“
  • „Tirol muss Energiebedarf halbieren und 30% erneuern“
  • „Tirol will sich bis 2050 energieunabhängig machen und gegen billigen Atomstrom kämpfen“
  • „Strom ist das Wichtigste für den Umbau des Energiesystems“
  • „Mit Strom kann man alles machen“
  • „Mit 1 KWh Strom aus den eigenen Ressourcen kann man 4 KWh Wärme erzeugen“
  • „Wasserkraft muss forciert werden, weil wir sonst nicht in der Lage sind die Energiewende herbei zu führen“
  • „58% der TirolerInnen stehen voll und ganz hinter der Eenrgiestrategie des Landes“
  • „Tiroler Ja zu Kraftwerken und neuem Energieeffizienzgesetz“
  • „Zwei Drittel der Tiroler sind für den Bau großer Wasserkraftwerke in Tirol“
  • „Klares Ja zum Kraftwerksbau im Kaunertal und Kühtai“
  • „Wasserstoff als Zukunftsbaustein für Tirol“
  • „Tirol zündet den Wasserstoff“
  • „Die Wasserstoffautobahn entsteht“
  • „Land fördert Wasserstoffautos“
  • „Tirol ist Wasserstoff Epizentrum“