Systemansatz

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System, zentrales Element eines Konzepts oder Programms

Black Box Methode zur Nachkonstruktion des Systems

Bei der mit der "Black-box-Methode" von außen nach innen fortschreitenden Nachkonstruktion des Systems ergeben sich bei jedem neuen Schritt wesentliche Anhaltspunkte am Gesamtsystem. Die immer detaillierter werdenden Informationen ordnen sich somit systematisch in das ganzheitliche Bild ein. Das Ergebnis ist ein wirklichkeitsnahes Systemmodell (Bild 2), das als immer gleichbleibende Gedächtnisstütze den Überblick unterstützt, die Kommunikation erleichtert und die systemgerechte Analyse sowie EDV-Simulation ermöglicht.

Systemanalysemodell

Das Ressourcenwirtschaftssystem (Bild 2 Beispiel Wasserwirtschaftssystem) ist ein Logistiksystem, das die Aufgabe hat, die richtige Ware (z.B. naturgegebenes Wasser) im richtigen Zustand (z.B. qualitativ einwandfrei), in der richtigen Menge (z.B. kein Wassermangel, kein Überschuß) zur richtigen Zeit (z.B. nach Tagesbedarf) an den richtigen Ort (z.B. Haushalt) zu den dafür minimalen Kosten zu liefern. Das System besteht aus den Subsystemen Beschaffungsmarkt (Wasserdargebot), Unternehmermarkt (Wasserbedarf) und Absatzmarkt (Wasserbedarfsdeckung), welche funktional über den Material-, Werte- und Informationsfluß zusammenhängen.

"Bild 2: Beispiel Wasserwirtschaftssystem - das zentrale Element eines Wasserwirtschaftskonzeptes. Die dargestellten Ziele und Randbedingungen wurden beispielhaft aus dem Wasserversorgungskonzept für Tirol entnommen."

Wenn man dieses System anhand eines beliebig gewählten Beispiels aus der Wasserversorgung in Tirol betrachtet, sieht es relativ einfach und überschaubar aus. In Tirol gibt es überwiegend kommunale Versorgungssysteme und Einzelwasserversorger, die heute noch in der Lage sind, ihren Trink- und Nutzwasserbedarf aus dem Quelldargebot in der unmittelbaren Umgebung der Bedarfsstelle zu decken. Durch die räumliche Konzentration von Dargebot und Bedarf ist die Bedarfsdeckung in Form der Wassergewinnung, Verteilung und Nutzung einfach und kostengünstig. Umwelteinflüsse verschiedenster Art gefährden aber diese logistisch günstigen Versorgungssysteme zunehmend. Beispiele zeigen, dass einzelne Wasserspenden plötzlich die qualitativen Anforderungen nicht mehr erfüllen oder als Folge von Naturereignissen ausfallen. Die logistisch relevante Systembetrachtung von Raum (lokal bis international) und Zeit (Versorgung, Vorsorge) liefert unterschiedliche Bilder des Problems. So zeigt zum Beispiel die Betrachtung des Systems aus landesweiter Sicht kein Problem auf, weil es einen großen Wasserüberschuss aus dem Dargebot gibt. Die regionale Beurteilung kann aber durchaus Wassermangelsituationen, besonders in Winterfremdenverkehrsregionen, aufzeigen und Handlungsbedarf signalisieren. Im Projektauftrag für ein Konzept sind daher die Betrachtungsebenen sowie das hoheitliche. Interesse und die Pflichten der Wasserversorgungswirtschaft genau zu definieren.

Einflußgrößenanalyse

Die starken Vernetzungen des Wasservirtschaftssystems mit anderen Systemen zeigen beispielhaft die Beziehungen zwischen den Systemen der Wasser-, Abwasser- und Abfallwirtschaft und dem Ökosystem. Das zur Entlastung des Ökosystems konstruierte Abwassersystem kann plötzlich durch undichte Kanäle, schlechte Reinigungsleistung von Kläranlagen, unkontrollierte Klärschlammaufbringungen oder Sickerwässer aus Klärschlarnrndeponien zu einem wesentlichen Einflußfaktor für das Wasserdargebot im Wasserwirtschaftssystem werden. Die Sinnhafligkeit von teuren künstlichen Reinigungssystemen ist daher immer wieder zu hinterfragen. Echte Zustandsverbesserungen sind nur zu erreichen, wenn umfassende Einflußgrößenanalysen durchgeführt werden und dabei die gesamte Kette von positiven und negativen Rückkopplungen zwischen den Systemen erfaßt wird.

"Bild 4: Integriertes Datenverarbeitungsmodell zur stufenweisen Erweiterung der Wissensbasis und Uberführung von ungesicherten Arbeitsdaten in gesicherte Anwenderdaten."